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Holocaust-Gedenktag: Lesung am Gymnasium Winsen

75 Jahre ist es nun her, dass das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. In den vergangenen Tagen wurde auf der ganzen Welt an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft gedacht.

Die Fachschaft Geschichte am Gymnasium Winsen nahm dies zum Anlass, den Lüneburger Schriftsteller Dr. Renatus Deckert im Kontext des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust zu einer Lesung einzuladen. Am Dienstag, den 28.1.2020, las Deckert dem 12. Jahrgang des Gymnasiums und vielen anderen Interessierten aus den Tagebüchern von Victor Klemperer vor. Klemperer, der als Professor zwangsemeritiert war, wollte mit seinen Notizen, deren Entdeckung den sicheren Tod bedeutet hätten, Geschichtsschreiber der Katastrophe sein und ein Zeugnis ablegen für die Zeit danach. Sein minutiöser Bericht ist ein einmaliges Dokument über den Alltag der Judenverfolgung. Tag für Tag hielt er im „Judenhaus“ in Dresden fest, was er beobachtete und erlebte: den täglichen Terror mit Razzien, ständig neue Verbote und Schikanen, gelegentlich auch Gesten der Solidarität.

Renatus Deckert fasste in seiner Lesung sehr treffend die eindringlichsten Stellen der Tagebücher zusammen und brachte das Auditorium dabei merklich zum Nachdenken. Im Anschluss an die Veranstaltung stand er für Nachfragen zur Verfügung – eine Möglichkeit, die die Schülerinnen und Schüler reflektiert und konstruktiv wahrnahmen, hatten sie sich doch schon im Unterricht intensiv auf die Lesung vorbereitet.

Dirk Benthack, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium, hebt die Bedeutung der Veranstaltung hervor: „Gerade auch vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen ist es enorm wichtig, unsere Jugend über den Holocaust zu informieren und sie für grundlegende gesellschaftliche Fragen zu sensibilisieren. Wir sind uns dabei unserer Verantwortung bewusst.“

Für Henry Ruppenthal, Fachverantwortlicher für Geschichte am Gymnasium Winsen, war die Durchführung der Lesung eine Herzensangelegenheit. „Wir wollten hier an unserer Schule Anteil am Gedenken nehmen und Erinnerungskultur mitgestalten. Dass unsere Kolleginnen und Kollegen bereits aktiv sind, zeigen Projekte wie die Pflege der Stolpersteine in Winsen, zahlreiche Exkursionen zu Konzentrationslagern oder auch das Angebot des Seminarfachs zu diesem Thema“, so Ruppenthal.

Die Fachschaft Geschichte bedankt sich bei Dr. Renatus Deckert für das Angebot und beim Schulverein für die Unterstützung bei der Durchführung der Lesung.